13. Dezember

Ein unheimlicher Gast

Der Wirt zog misstrauisch die Augenbraue hoch, als der Bursche einen weiteren Krug von ihm verlangte.
Seit gut drei Stunden saß dieser Kerl nun schon im Wütenden Eber, der Kneipe von Montera, und ließ sich ein Bier nach dem anderen einschenken. Seine Kleidung war eindeutig die eines Magiers.
Jedoch sagte die Farbgebung der Robe über ihren Träger aus, dass es sich hier nicht um einen Priester Innos’ oder gar Adanos’ handelte. Nein, die Robe war zu dunkel für den Kreis des Feuers oder den des Wassers.
Der einzig mögliche Schluss. der sich daraus ziehen ließ. jagte jedem Anwesenden kalte Schauer über den Rücken.
Dieses Milchgesicht war ein Schwarzmagier, ein Diener des dunklen Totengottes Beliar.
Lang waren die Zeiten her, dass sich das letzte Mal ein Beliarpriester so offen im Mittelland hatte zeigen können.
Doch unter der Herrschaft der Orks gab es keine Paladine mehr, die Derartiges verfolgt hätten.
In Varant bildeten solche Gestalten inzwischen die Oberschicht, erzählte man sich.
Aber bei diesem Jungen handelte es sich ganz eindeutig um einen Mittelländer.
Der Wirt hatte die gesamte Zeit über, in der er diese Schenke ohne Unterbrechung betrieb, oft von Gerüchten über verstreute Beliarkulte im Herz des Reiches gehört. Und ausgerechnet in seiner Pinte hatte er nun den leibhaftigen Beweis – welcher sich noch dazu vor seinen Augen öffentlich betrank.
Was konnte einem Schwarzmagier solchen Kummer bereiten, dass er ihn mit Alkohol ertränken musste?
Waren Probleme, die man auf solche Art löste, nicht den gewöhnlichen Leuten vorbehalten?
Eine unbehagliche Vorstellung. Man konnte nur hoffen, dieser dunkle Priester würde sich bald aus der Stadt scheren und vor allem auch wegbleiben.
Vielleicht würde sich der Junge abfüllen und dann mit Hilfe der Gäste aus der Stadt tragen lassen.
Sich alle Mühe gebend, gelassen zu klingen, erhob der Wirt seine Stimme: „Verzeihung? Darf’s noch eins sein? Geht aufs Haus.“

Aram

Aram

Und hier nun der Protagonist der gestrigen und der heutigen Geschichte. Im Spiel trefft ihr Aram schon in Kapitel 1 in der Kneipe von Montera. Schon im zweiten Kapitel werdet ihr ihn jedoch an einem völlig anderen Ort wiedertreffen, denn Aram hat trotz seines Kummers feste Zukunftspläne. In jedem Falle werdet ihr später im Zuge der Hauptstory noch auf seine Hilfe angewiesen sein.